Badisches Tagblatt 28.01.08
von Wolfgang Epp
Intensives Hörerlebnis fesselt Gäste
International besetztes Quintett „Flowalicious“ bietet feinsten besten A- cappella- Gesang auf der klag-Bühne
Gaggenau - Wie echte Genießer hatten sie das Beste bis zum Schluss aufgehoben. Als die fünf Sängerinnen und Sänger von „Flowalicious“ bei der ersten Zugabe mit dem Titel „Another Day“ die Mikrofone aus der Hand legten und diesen einschmeichelnden Song ganz ohne Technikunterstützung vortrugen, erlebten die Zuhörer ganz intensiv, welch stimmliches Potenzial da auf der Bühne stand. Ungemein nuanciert und äußerst behutsam wurde die Solistin Irene Latzko in harmonisch raffiniert ausgeklügeltem Satz von einem sensitiven Quartett begleitet. Das war A-cappella- Gesang vom Feinsten, der unter die Haut ging...[mehr]
Bonner Rundschau 24.10.2007
von Jürgen Bieler
OHNE „LA-LA-LA“ UND „SHOOBIDU“
Kölner Formation „Flowalicious“ beeindruckt beim A-cappella-Festival
BONN. Gleich zwei Acts teilten sich im Rahmen des „Pantheon-A-cappella- Festivals“ am Sonntag die Bühne. Neben dem Schweizer Sänger, Mouthperkussionisten und Vokalakrobaten Martin O. beeindruckten dabei vor allem die fünf Sänger und Sängerinnen der Kölner Formation „Flowalicious“. Eine Gruppe, deren Erfolgskurve deutlich nach oben weist, ihre Markenzeichen: hohe stimmliche Fähigkeiten und eine Beschränkung auf Soul und Rhythm & Blues, verpackt in sehr ansprechende Arrangements. Musik ganz ohne „La-la-la“ oder „Shoobidu“, dafür getragen von den knackigen Klängen einer vokalen Beat-Box, stimmlich imitierten Schlagzeugklängen. Das alles ergab dann einen satten Groove, viel Melodie und vokale Harmonie.
„Flowalicious“ verfügt über einen stimmlichen Mix, der der Formation vieles ermöglicht. Chul-Min Yoos lyrischer Tenor passen fast optimal zu D`Angelos „Brown Sugar“ oder Timberlakes „Senorita“. Bei „Cruisin`“ und der Eigenkomposition „Süß“ brachte Nikk Grunwald seine angenehme Bariton- Stimme bestens zur Geltung. Was an Potential in den Frauenstimmen von „Flowalicious“ steckt, führten Minerva Diaz Perez und Irene Latzko bei „Your House“ vor. Eine richtig feine Altstimme und ein markanter Mezzo-Sopran in einem musikalischen sehr schönen Duett.
Mitten im Set zog die Gruppe das Tempo an und wechselte von den ehr ruhigen Soul- Nummern zu den schnelleren Titeln über: Dabei war zeitweise auch das Publikum gefragt. Mitsingen war angesagt, bei einem Disco-Medley mit Melodien aus „Car-Wash“ und „Don`t stop the music“. Zur Freude der Zuhörer klappte das gut.
Bei so viel gutem Gesang konnte es sich die Formation leisten, zwischen den Stücken auf Kabarett-Einlagen oder Entertainer-Mätzchen zu verzichten, was sie nur noch sympathischer machte. Als sich am Ende der Show auch noch die „Beat-Box“ (Arno Brechmann) mit einer Nummer von Craig David hören ließ, war der Ruf nach Zugaben vorprogrammiert.
Aalener Nachrichten 24.07.2007:
von Beate Eberstein
Lauchheim-Hülen-Kapfenburg – (ebe) Auf der Kapfenburg ist Festival und „Flowalicious“ und „Rockapella“ zeigten einmal mehr die Qualität der Veranstaltung und dass A-capella-Gesang sich weiter entwickelt hat und nur noch wenig mit den Comedien Harmonists zu tun hat. Der Schlosshof tobte bei beiden Gruppen...[mehr]
Gmünder Tagespost 24.7.2007:
So geht ihr zunächst letztes Konzert in Deutschland zu Ende. Aber wer an diesem Abend auf den Geschmack gekommen ist, braucht sich nicht grämen. Die Vorgruppe der US-Amerikaner, „Flowalicious“ aus Deutschland und Österreich, hat da schon bewiesen, dass auch im deutschsprachigen Raum gute A-Cappella-Musik zu finden ist...[mehr]
Kölner Stadtanzeiger 12.07.2007:
Fünf Stimmen für den Soul von Norbert Ramme
Braucht Köln neben den Wise Guys, Basta und den Wanderern noch eine weitere A-cappella-Band? Die Antwort ist ein klares Ja. Denn Flowalicious (zusammengesetzt aus „Flow“ und „Delicious“) sind anders. Im Gegensatz zu den bereits renommierten Kollegen setzen die fünf Sänger fast ausschließlich auf Soul- und R&B-Melodien...[mehr]
Mainzer Allgemeine Zeitung 29.03.2007:
"Neuentdeckung des Abends war "Flowalicious", ein Vokalquintett aus dem Kölner Raum.
Die Solisten begeistern mit Rhythm'n'Blues, Pop, und Soul im A-Cappella- Gesang.
Ihre frischen Arrangements mit druckvollen Chorsätzen, pumpender Beatbox und rhythmischen Finessen waren ein Highlight des Abends."
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Badisches Tagblatt 28.01.08
von Wolfgang Epp
Intensives Hörerlebnis fesselt Gäste
International besetztes Quintett „Flowalicious“ bietet feinsten besten A- cappella- Gesang auf der klag-Bühne
Gaggenau - Wie echte Genießer hatten sie das Beste bis zum Schluss aufgehoben. Als die fünf Sängerinnen und Sänger von „Flowalicious“ bei der ersten Zugabe mit dem Titel „Another Day“ die Mikrofone aus der Hand legten und diesen einschmeichelnden Song ganz ohne Technikunterstützung vortrugen, erlebten die Zuhörer ganz intensiv, welch stimmliches Potenzial da auf der Bühne stand. Ungemein nuanciert und äußerst behutsam wurde die Solistin Irene Latzko in harmonisch raffiniert ausgeklügeltem Satz von einem sensitiven Quartett begleitet. Das war A-cappella- Gesang vom Feinsten, der unter die Haut ging.
Noch nicht allzu lange versucht die international besetzte Kölner A- cappella- Band „Flowalicious“, das sind: die Spanierin Minerva Diaz Perez (Mezzosopran), die österreichische Altistin Irene Latzko, der koreanische Tenor Chul- Min Yoo, der Bariton Arno Brechmann und Nikk Grunwald (Bass) im boomenden Genre ihre Nische zu erobern. Ein erster Preis beim Wettbewerb „Vokal total“ in Graz gehört zu den ersten bedeutenden Meriten. Es ist nicht eben leicht in diesem Metier Fuß zu fassen, zumal bei dem in dieser Richtung doch sehr verwöhnten Publikum der klag- Bühne in Gaggenau, die am Freitagabend einmal mehr restlos ausverkauft war. Charmant und musikalisch einfallsreich wurden die Konzertbesucher begrüßt, besonders auch die etwa 30 Zuhörer aus Haguenau, die den Kulturaustausch zwischen den beiden Städten neu beleben.
(…)
Besonders überzeugen bei diesem Quintett die ausgesprochen interessanten Arrangements. Mit bestechenden Harmonien und zielsicher gesetzten Disharmonien in homogenem Ensembleklang wird da absolut intonationssicher das jeweilige Solo begleitet. Jedes Ensemblemitglied hat im Verlauf des Programms hinreichend Gelegenheit sein solistisches Vermögen zu dokumentieren.
Gleich zu Beginn tat das im fetzigen Opener Minerva Diaz Perez. Schon bei dieser Interpretation war, wie in einigen folgenden auch, die Vokal- Beatbox von Arno Brechmann sehr dominant. Der Sänger ist zwar ein wahrer Mundakrobat, der ein breites Repertoire an perkussionistischen Effekten zu bieten hat, doch könnte man deren Wirkung beim Soundcheck um des Ensembleklangs willen dosierter ausloten. Auffallend war das, wenn Brechmann mit sonorem Bariton den Sologesang übernahm oder in fantastischen fünfstimmigen Chorsätzen die Beatbox ruhen ließ.
Bei „We Make Spring Arise“, einer verträumten Komposition von Nikk Grunwald gelang es diesem, die Zuhörer zweistimmig mitsingen zu lassen. Das wurde von Minerva Diaz Perez im Rahmen eines Disco Medleys mit dreistimmigem Gesang und zusätzlichem Klatschen des Zuhörer- Background- Chors noch getoppt. Hier überzeugte Chul- Min Yoo als Solist auf der ganzen Linie, genau wie bei anderen Disco Titeln.
Durch stimmliches Vermögen glänzten die Vokalisten auch in kleineren Besetzungen, etwa wenn Diaz Perez einschmeichelnd allein auf der Bühne den lyrischen Song „Träumst du nicht mehr von mir?“ interpretierte oder wenn vor dezentem rhythmischem Hintergrund Sopran, Alt und Tenor Withney Houstons „My Love Is Your Love“ reizvoll zum Terzett machten. In packendem Soul- Feeling sang Minerva Diaz Perez „Word Up“ von Cameo, von Percussionseinfällen und einem eingebauten Rap Arno Brechmanns wirkungsvoll begleitet.
Mit „Beautiful“ von Christina Aguilera als zweiter Zugabe verabschiedete sich „Flowalicious“. Das war noch einmal eine fantastisch gestaltete Ensembleleistung mit fesselndem Solo von Minerva Diaz Perez, von den Zuhörern mit langem Applaus gefeiert.
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Kölner Stadtanzeiger 12.07.07:
Fünf Stimmen für den Soul von Norbert Ramme
Braucht Köln neben den Wise Guys, Basta und den Wanderern noch eine weitere A-cappella-Band? Die Antwort ist ein klares Ja. Denn Flowalicious (zusammengesetzt aus „Flow“ und „Delicious“) sind anders. Im Gegensatz zu den bereits renommierten Kollegen setzen die fünf Sänger fast ausschließlich auf Soul- und R&B-Melodien...[mehr] Und das - bundesweit wohl eher selten - mit zwei weiblichen Stimmen. Eine davon gehört Irene Latzko (30), die nachdem sie zwei Jahre in Köln gelebt hat, kürzlich in ihre österreichische Heimat zurückgekehrt ist. Dort wohnt sie nun in Linz an der Donau.
„Doch zu Proben und Auftritten kommen ich gerne die lange Strecke angereist.“ Ist das nicht auf Dauer etwas anstrengend? „Schon. Aber das ist es mir wert. Ich muss halt gut mit meinen Energien haushalten. Dann geht das.“
Die Österreicherin mit der Alt-Stimme - sie gilt als der Ruhepol der Band - zählte vor zwei Jahren auch zu den Gründungsmitgliedern von Flowalicious. Damals studierte sie Jazzgesang an der Musikhochschule in Arnheim: „Da gibt es einfach richtig gute Dozenten.“ Im gleichen Studiengang war auch Bariton Arno Brechmann (28), der ursprünglich aus Münster stammt und vor allem für Beats, Rhythmik und Timing sowie die groovigen Arrangements zuständig ist. Hinzu kam der Kölner Nikk Grunwald (36), der zu der Zeit ebenfalls in Holland Jazzgesang (Stimmlage: Bass und Bariton) studierte, allerdings in Maastricht.
Grunwald: „Wir hatten jeder unsere eigene Solo-Projekte, aber die Idee, A-cappella einmal ganz anders zu machen, hat mich von Anfang an fasziniert.“ Aus dem Bekanntenkreis der drei stieß Minerva Díaz Pérez, eine in Deutschland geborene Spanierin, hinzu: „Ich singe für mein Leben gerne. Eigentlich alles, immer und überall. Und das derzeit in mehreren Gruppen gleichzeitig.“ Durch die hörbare Power in der Stimme (Mezzo-Sopran), ihr energiegeladenes Auftreten und ihre quirlige Ausstrahlung wirkt sie recht dominant in der Band. Aber sie beherrscht auch die leisen Töne zwischen Sanftmut und Melancholie.
Die Spanierin kannte wiederum Clemens Schmuck, der zunächst den Part der „Beatbox“ übernahm, weil er mit dem Mund die Klänge von Schlagzeug und Percussion-Instrumenten imitieren kann. Der stieg allerdings nach der Produktion einer Demo-CD und den ersten Auftritten wieder aus der Band aus. Ersatz fand man in dem in Köln aufgewachsenen Koreaner Chul-Min Yoo (24). „Der Nikk kannte mich und holte mich als Tenor in die Gruppe.“ Beide sind übrigens im Holweider Krankenhaus geboren. Allerdings lagen da rund zwölf Jahre zwischen. Nach dem Abitur am Dreikönigsgymnasium studiert Yoo derzeit an der Kölner Universität Religionswissenschaften (Schwerpunkt: Ostasien). Piano und Gesang hatte er nebenbei an der Rheinischen Musikschule gelernt. Seine Lieblingsmusik war aber stets Soul, R & B und Hip-Hop. Vorlieben, die er nun auch bei Flowalicious ausleben kann. „Daneben spiele ich aber noch Bassgitarre in einer richtigen Rockband, die sich Ambicious Me nennt, und Piano in einem Soulduo.“
Auch Kollege Grunwald mischt noch in anderen musikalischen Projekten mit. So spielt er seit drei Jahren in der Karnevalsgruppe „Rheinrebellen“ (hießen früher mal Botzeknöpp) Akkordeon und hat zusätzlich noch ein eigenes Pop-Quartett, das als „Nikk“ auftritt. Da sitzt er am Fender-Rhodes-Piano und singt deutschen Soul. Die Texte hat er zumeist selbst geschrieben. Entstanden sind Songs voller Feinsinn, Melancholie und ein wenig Humor, wie in „Baby, du stehst im Saft“, einem Lied über die Anmut einer spontan Angehimmelten.
„Ich versuche, irgendwie von der Musik zu leben“, sagt Grunwald. „Dazu gebe ich auch Musik- und Gesangsunterricht.“ In Köln ist er schon gut rundgekommen: geboren in Holweide, aufgewachsen in Ehrenfeld, Abitur in Brauweiler, Zivildienst (Schwerbehinderten-Betreuung) in Ostheim und derzeit eine Wohnung in Nippes. In der Gruppe wirkt er cool und lässig, fürs Publikum ist er der Gute-Laune-Typ.
Die Festlegung auf Soul und R & B unterscheidet Flowalicious von vielen anderen A-cappella-Gruppen. Brechmann: „Wir machen auf der Bühne keine Comedy. Wir singen auch definitiv kein »Schoobidu« und kein »Scho-Wapp, Scho-Wapp«. Das ist eine andere Schublade, die wir nicht bedienen.“ Vielmehr fühlt sich das Quintett ganz der „reinen Musik“ verpflichte. Grunwald: „Das reicht völlig aus. Wir sehen uns eher als eine richtige Band, aber ohne Instrumente.“
Stilistisch orientiert man sich an den amerikanischen Sängerinnen Erykah Badu und Jill Scott sowie an ihrem R & B-Kollegen D'Angelo, die alle dem sogenannten Neo-Soul zugerechnet werden. Und so zählen Songs wie „A long walk“ (Jill Scott) und „Brown Sugar“ (D'Angelo) auch zu den Lieblingstiteln von Flowalicious. Grunwald: „Wir haben einige Melodien von weniger bekannten Interpreten in unserem Repertoire. Da kam es uns nicht auf den Bekanntheitsgrad von Sänger oder Titel an, sondern darauf, dass uns der Song gefiel.“ Gesungen werden aber auch bekanntere Stücke. „What's your Flavour“ von Craig David, „Senorita“ von Justin Timberlake und „Beautiful“ von Christina Aguilera. Die Arrangements tüfteln die fünf Gruppenmitglieder stets selbst aus. Derzeit sind zehn Titel fest im Programm. Brechmann: „Wir arbeiten stetig auf ein Programm von rund eineinhalb Stunden hin.“
Am vergangenen Wochenende sangen Flowalicious bei der Aids-Gala „Lass die Sonne in dein Herz“ und auf der CSD-Bühne. „Benefiz-Auftritte gehören einfach dazu“, sagt Sängerin Latzko. „Wir wollen halt im Moment möglichst viel und oft spielen, um uns dem Publikum zu zeigen.“ Nächste Woche sind die fünf erneut in Köln zu sehen und zu hören. Beim Gastspiel der international erfolgreichen amerikanische A-cappella-Band „Rockapella“ am 19. Juli im Gloria, Apostelnstraße 11, bestreiten Flowalicious das Vorprogramm. Drei Tage später treten sie mit den US-Kollegen auch beim Schlossfestival Kapfenburg (Baden-Württemberg) an. Grunwald: „Irgendwann sind wir so weit, dann sind wir mal als Haupt-Act auf so einer Bühne. Das dauert sicher nicht mehr so lange.“
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Aalener Nachrichten 24.07.2007:
von Beate Eberstein
Lauchheim-Hülen-Kapfenburg – (ebe) Auf der Kapfenburg ist Festival und „Flowalicious“ und „Rockapella“ zeigten einmal mehr die Qualität der Veranstaltung und dass A-capella-Gesang sich weiter entwickelt hat und nur noch wenig mit den Comedien Harmonists zu tun hat. Der Schlosshof tobte bei beiden Gruppen.
Erich Hacker, Leiter der Musikakademie, kann sich auf seine Leute verlassen und dazu gehört auch Rainer Koczwara, der immer wieder Gruppen auftut, sie als Geheimtipp auf die Kapfenburg holt und die dann anschließend groß raus kommen. So ist das sicherlich auch für die A-capella Formation „Flowalicious“ zu prophezeien. Der Name, an dem Hacker sich die Zunge verknotet, ist eine Zusammensetzung aus „flow“ und „delicious“, was frei übersetzt soviel heißt wie: da ist etwas ganz Köstliches im fluß. Und im fluß sind sie wahrlich und köstlich anzuhören auch! Homogen und stimmlich ausdrucksstark sind sie die ideale Vorgruppe. Ganz in weiß, mit roten Akzenten und Hütchen auf, zeigen sie, was der Klangkörper Mensch so alles drauf hat. Das Publikum ist hingerissen von Minerva Díaz Pérez, dem spanischen Energiebündel mit der intensiven Stimme, von Irene Latzko, Österreicherin und ruhender Pol, sowie den Männern Arno Brechmann, Nikk Grunwald und Chul-Min Yoo. Gemeinsam ist ihnen die Leidenschaft und das Feeling für guten R&B, gepaart mit Soul und hervorragender Stimmbeherrschung.
Man sollte es nicht glauben, aber „Rockapella“ setzt noch einen drauf. Da stürmen fünf junge Männer die Bühne, in seriösen Anzügen, mit Krawatte und West und legen los.
Seit sie 1986 in New York an der Straßenecke sangen, im Hut Geld sammelten und ihren unverwechselbaren Sound kreierten, folgte eine Karrierestufe nach der anderen. Der amerikanische Traum von den Straßenmusikanten zu begehrten Konzertgästen ist hier Wirklichkeit.
Kevin Wright, John K. Brown, Scott Leonard, Georg Baldi und Jeff Thatcher haben den Schlosshof innerhalb von Sekunden im Griff. Die Leute reißt es fast von den Stühlen. „Stand by me“ und andere Standarts werden auf eine Art interpretiert, die absolutes Gänsehaut-Gefühl produziert. Auch eigene Nummern gestalten sie perfekt und mitreißend. Die Show ist dem Publikum zugewandt und es ist deutlich zu merken, dass sie von der Kulisse, dem Empfang und natürlich dem Hefeweizen beeindruckt sind.
Stehenden Applaus bekommen alle fünf, aber herausragend ist die Leistung des Percussion-Man Jeff Thatcher, der mit Hand- und Kehlkopfmikrofon umzugehen weiß, wie niemand sonst. Schnaufen, pusten, prusten, quietschen, stöhnen, schnaufen, schnalzen und natürlich auch singen erzeugen ein Klangbild, dem sich niemand entziehen kann. Mitreißend jedes Solo und hinreißend die Art der ganzen Gruppe Spaß zu haben, Spaß rüber zu bringen und die Leute zu faszinieren.
Koczwara überlegt hoffentlich eine Verpflichtung auf die Ostalb bereits für kommende Jahre. Dem kann man nur heftig nickend zustimmen: Mehr davon!!
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Gmünder Tagespost 24.7.2007:
FESTIVAL SCHLOSS KAPFENBURG Als „Rockapella“ sind sich die fünf Sänger aus den USA selbst genug. von Katharina Scholz
Keine Frage: „We let the Schloss beat“
Sie durchbrechen allein mit ihren Stimmen, ganz ohne Instrumente, die bereits kühle Nacht im Schlosshof und bringen Wärme in die Herzen und ein Lächeln auf die Lippen ihrer Zuhörer. „We let the Schloss beat“, sagt Scott Leonard und wird Recht behalten. Um das Schloss zum Pochen zu bringen, sind die fünf US-Amerikaner von „Rockapella“ sich selbst und ihrem Publikum genug.
Schließt man die Augen, so hört man sie ganz deutlich: Die Bass-Drum, die permanent wummert, im Wechsel dazu die Snare-Drum und die Tom Toms. Hin und wieder setzt ein Becken Akzente. Öffnet man die Augen, so erkennt man
erst, wer hinter diesen Geräuschen steckt: Er heißt Jeff Thacher und er hat kein Schlagzeug, sondern nur seine Stimmbänder und zwei Mikrofone. Das kleinere klebt ein wenig unterhalb seiner Kehle, wo es die extrem niederfrequenten Töne auffängt, die sich so anhören wie eine Bass-Drum. Alles andere macht er mit dem Mund, den er immer wieder nach unten zieht oder spitzt und dabei in sein anderes Mikrofon in seiner Hand spuckt. Dieser Vocal Persussionist braucht einige Ausdauer, fast ständig hinterlegt er auf diese Art die Stimmen seiner vier Kollegen. Zusammen sind sie auch ohne Instrumente eine komplette Band, covern in eigenständigen Versionen Songs wie „Under the boardwalk“, „Wunderful world“ oder „Stand by me“ mischen aber auch immer wieder eigene lockere Stücke darunter mit „Carmen Sandiego“ der Titelsong einer Gameshow für Kinder, mit dem sie in den Vereinigten Staaten berühmt geworden sind.
Die fünf hören sich aber nicht nur gut an, sie sehen auch noch gut aus und zeigen in ihren Bewegungen und Moderationen ihr Talent für gutes Entertainment. Allen voran geht dabei Scott Leonard, der in munterem Geplauder seine Muttersprache mit ein paar Brocken Deutsch mischt und sich als großer Fan von „german Weizenbier“ zeigt. Auch nicht schlecht: George Baldi, der smarte schwarze Bass mit dem sexy Hüftschwung, der unglaublich tiefe Töne aus den Weiten seines großen Körpers holen kann, spielt Whitney Houston. Und tatsächlich trifft er fast auch die hohen Töne von „I will always love you“. Das neueste Mitglied von „Rockapella“, John Brown, hat lange
Zeit gesteppt und auch seinen Kollegen ein bisschen beigebracht. Bevor die Sänger zu „My girl“ ansetzen, holen sie sich noch ein wenig Inspiration und ziehen eine junge Frau aus der ersten Reihe mit auf die Bühne, die dann besungen wird. Und das alles zusammen wirkt so leicht, so jung, so rockig, so ansteckend und mitreißend, dass sich die Begeisterung im langen Applaus Luft machen muss. So geht ihr zunächst letztes Konzert in Deutschland zu Ende. Aber wer an diesem Abend auf den Geschmack gekommen ist, braucht sich nicht grämen. Die Vorgruppe der US-Amerikaner, „Flowalicious“ aus Deutschland und Österreich, hat da schon bewiesen, dass auch im deutschsprachigen Raum gute A-Cappella-Musik zu finden ist. |